HM460-6 - mehr Leistung und Performance in jedem Gelände
Eine beispiellose Reihe von Komatsus knickgelenkten Muldenkippern der nächsten Generation glänzte neben dem Frühlingsschnee auf dem Gelände von Suomen Rakennuskone Oy in Kempele im Norden Finnlands.
Die in Sodankylä ansässige Arctic Infra Oy erwarb mit einem einzigen Auftrag 12 knickgelenkte Muldenkipper HM460-6. Zehn der Maschinen wurden bei der Übergabeveranstaltung Anfang März für ein Gruppenfoto aufgestellt. Diese brandneuen Modelle werden ausgerüstet und anschließend in Bergwerken im Norden eingesetzt; bis April 2026 sollen alle 12 Maschinen in Betrieb sein.
Unter den 12 Maschinen befindet sich beispielsweise der allererste neue, in Japan gefertigte Muldenkipper mit der Seriennummer zwei. Komatsu vergibt bei Serienmaschinen keine Seriennummer eins. Auch die übrigen Maschinen tragen sehr frühe Seriennummern.
„Wir hatten bei einigen Gelegenheiten die Möglichkeit, Komatsus Vorgängermodell HM400-5 auf unseren Baustellen zu testen. Für unsere Einsatzzwecke stellten wir einige Schwachstellen fest, zum Beispiel beim Antriebsstrang und bei den Differentialsperrensystemen. Auf der Bauma im vergangenen Jahr stellte Komatsu an seinem Stand die vorläufigen Merkmale des neuen Modells vor, die sofort unser Interesse weckten. Genau die Verbesserungen, nach denen wir gesucht hatten, wurden im neuen Modell umgesetzt“, sagt Petri Alatalo, CEO von Arctic Infra.
Der Auftrag wurde zunächst auf Grundlage vorläufiger Informationen zum neuen Modell über acht Maschinen vereinbart und später um vier weitere erweitert.
„Gegenseitiges Vertrauen war ein Schlüsselfaktor für den Abschluss des Geschäfts, obwohl die Maschine zu diesem Zeitpunkt noch nicht in ihrer endgültigen Form zu sehen war“, sagt Jari Salomäki, Key Account Director beim finnischen Komatsu-Händler Suomen Rakennuskone.
Wie neu der HM460-6 ist, zeigt auch die Tatsache, dass seine Weltpremiere Anfang März 2026 auf der ConExpo in Las Vegas stattfand.
(CEO Petri Alatalo (left), Chairman Jussi Tuohino and Maintenance Manager Matias Ylisaukko-oja, other worksites in Northern Finland. Juuso Ahola, Product Manager at Komatsu Europe, along with Tero Ala-Tala, Product Manager at Suomen Rakennuskone, Aftermarket Manager Jarno Oikarinen, Operator Trainer Timo Siironen, and Key Account Director Jari Salomäki)
Arktische Kompetenz
Arctic Infra, im Besitz von Petri Alatalo, Jonne Ruopsa und Jussi Tuohino, ist auf Auftragsarbeiten unter nördlichen Bedingungen spezialisiert und wurde 2019 gegründet. Zum Start des Unternehmens gehörte die Übernahme von Kantmark Oy.
„Damals wollte der Eigentümer von Kantmark, Jarmo Laitamaa, sein Lebenswerk in jüngeren Händen fortgeführt wissen. Deshalb übernahmen wir das Unternehmen mitsamt Maschinenpark, Personal und Verträgen. Von Anfang an war es unser Ziel, zur Modernisierung des Erdbaus in Nordfinnland beizutragen“, sagt Alatalo.
Das Durchschnittsalter der im Rahmen der Übernahme erworbenen Maschinen lag bei über 20 Jahren; von einem modernen Maschinenpark konnte daher kaum die Rede sein.
„Wir haben unseren Maschinenpark systematisch erneuert. Nach rund 50 Käufen liegt das Durchschnittsalter unserer Flotte bei knapp vier Jahren. Mit diesen neuen Komatsu-Maschinen können wir unsere Kunden effizienter und sicherer bedienen und dabei die Umweltverantwortung stärker berücksichtigen.“
Suomen Rakennuskone beschäftigt in Kevitsa, Sodankylä, rund 50 bis 60 Mitarbeitende, von denen einige ausschließlich für Auftragnehmer tätig sind. Alatalo betont, dass die Nähe von Aftermarket-Services und Wartung zum Unternehmensstandort das Vertrauen in Komatsu zusätzlich gestärkt habe. Auch die Niederlassung in Kempele, die für die Ausrüstung der Muldenkipper verantwortlich ist, verfügt über umfassende Kompetenz bei schweren Maschinen.
Arctic Infra führt ein breites Spektrum an Infrastruktur- und bergbaunahen Arbeiten aus, darunter Abraumtransport, Dammbau, Staubbekämpfung und Instandhaltung der Bergbauinfrastruktur. Zwei der gelieferten knickgelenkten Muldenkipper werden zur Staubbekämpfung mit 40-Kubikmeter-Wassertanks ausgerüstet.
„Neben knickgelenkten Muldenkippern und Starrrahmen-Muldenkippern umfasst unsere Flotte auch Bagger, Planierraupen und Radlader. Im vergangenen Jahr beschäftigten wir durchschnittlich rund 80 Personen. Wir haben eigenes, qualifiziertes, engagiertes und auf die Anforderungen von Auftragnehmern ausgerichtetes Personal. Neunzig Prozent unserer Mitarbeitenden stammen aus Lappland, und die meisten unserer Einsatzorte liegen nördlich von Oulu“, erklärt Alatalo.
Der Umsatz von Arctic Infra ist stark gewachsen. Im Jahr 2020 lag er bei rund fünf Millionen Euro; der stetige Aufwärtstrend deutet für 2025 auf einen Umsatz von mehr als 18 Millionen Euro hin.
Alatalo schätzt, dass das Unternehmen in seinen ersten Betriebsjahren rund 150.000 Betriebsstunden Erfahrung mit Muldenkippern gesammelt hat.
Mehr Leistung
Komatsus Muldenkipperfertigung reicht bis ins Jahr 2001 zurück, als der erste HM400-1 mit 36 Tonnen Nutzlast vorgestellt wurde. Der neue HM460-6 ist gegenüber dem HM400-5 umfassend weiterentwickelt worden.
Kurz gesagt: Beim Muldenkipper der nächsten Generation wurden Motor, Getriebe, Antriebsstrang, Rahmen, Kabine und Mulde vollständig neu konstruiert.
Die Leistung des Komatsu-Motors der Abgasstufe V wurde um neun Prozent auf 386 kW erhöht, wodurch die Nenn-Nutzlast auf 42 Tonnen steigt. Die Abgasrückführung entfällt, und der Turbolader mit variabler Geometrie wurde durch zwei konventionelle Turbolader ersetzt. Die Emissionen werden mit Partikelfilter und AdBlue-Einspritzsystem geregelt. Laut Komatsu ist der Kraftstoffverbrauch mit dem neuen Motor gesunken.
Zur Effizienz trägt auch ein neues Planetengetriebe mit neun Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen bei. Die Schaltlogik wurde verbessert und stellt auch bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten ein hohes Drehmoment bereit. Gegenüber dem Vorgängermodell stieg das Drehmoment um 23 Prozent auf 2.803 Nm.
„In Tests erzielte das neue Modell eine um 22 % bessere Kraftstoffeffizienz und eine um rund 7 % höhere Produktivität in Tonnen pro Stunde. Der Kraftstoffverbrauch sank um mehr als 10 %, und die Geländegängigkeit wurde weiter verbessert“, sagt Juuso Ahola, Product Manager für schwere knickgelenkte und Starrrahmen-Muldenkipper bei Komatsu Europe.
Auch Erfahrungen aus Starrrahmen-Muldenkippern sind eingeflossen, darunter eine Vollfederung zur Verbesserung des Fahrkomforts, insbesondere auf unebenem Untergrund. Bidirektionale Achssperren verbessern die Geländegängigkeit zusätzlich.
Sichere Bedienung
Sicherheit stand bei der Entwicklung des neuen Modells besonders im Mittelpunkt.
„Der HM460-6 verfügt serienmäßig über eine ganze Reihe von Sicherheitstechnologien, darunter Standsicherheitsanzeige, Steigungs- und Neigungsmesser für Vorder- und Hinterrahmen, eine optionale Abkippwinkelbegrenzung und eine Sicherheitsgurt-Kontrollanzeige“, sagt Ahola.
Der Fahrer kann die Neigungswinkel beider Rahmenteile jetzt auf einen Blick im Display sehen und so einem Umkippen beim Abkippen vorbeugen. Neigt sich der Hinterrahmen zu stark, beispielsweise bei Kurvenfahrt, wird die Fahrgeschwindigkeit automatisch reduziert.
Zu den weiteren Sicherheitsfunktionen zählen Tempomat, Berganfahrhilfe und eine automatisch aktivierte Wartebremse.
Mehr Sicht und Komfort
Auch die Kabine wurde vollständig neu gestaltet. Schlankere Säulen und größere Glasflächen verbessern die Sicht nach vorn und hinten und reduzieren tote Winkel.
Hinter dem Lenkrad befindet sich jetzt ein einzelnes 8-Zoll-Display zur Steuerung zentraler Funktionen, das 27 Sprachen unterstützt. Die Bedienung erfolgt über einen Drehregler rechts neben dem Sitz. Funktionen wie Geschwindigkeitsbegrenzer und Retarder sind für eine einfache Bedienung an der Lenksäule angeordnet.
Der neue luftgefederte Deluxe-Fahrersitz mit Lederbezug verfügt über Heizung und Belüftung. Zusätzlich gibt es einen Beifahrersitz für Schulungszwecke. Für die Kameras steht ein separater 10-Zoll-Touchscreen zur Verfügung.
Großzügige Ablagemöglichkeiten, Bluetooth-Konnektivität und USB-Anschlüsse gehören zur Standardausrüstung.
Ausrüstung und Schulung
Die neuen knickgelenkten Muldenkipper wurden am Standort Kempele nach Kundenanforderungen ausgerüstet. Dort besteht umfangreiche Erfahrung mit der Ausrüstung schwerer Maschinen.
„Die Planung nahm viel Zeit in Anspruch, da es sich um ein vollständig neues Maschinenmodell handelt“, sagt Aftermarket Manager Jarno Oikarinen.
Zur Ausrüstung gehören Zentralschmierung, Feuerlöschsysteme, kraftstoffbetriebene Zusatzheizungen, zusätzliche Beleuchtung, Kommunikationssysteme, Kabinendruckbeaufschlagung und ein verbesserter Unterbodenschutz.
Für die Ausrüstung jeder Maschine sind mehr als 100 Arbeitsstunden erforderlich.
Die Fahrerschulung übernimmt Trainer Timo Siironen:
„Die Schulung beginnt unmittelbar, wenn die erste Maschine im Bergwerk eintrifft. Wir gehen die Technik im Detail durch und konzentrieren uns besonders auf eine effiziente und sichere Bedienung. Das ist ein mehrwöchiges Projekt.“
Auch Komatsus KOMTRAX-Maschinenerfassungssystem trägt dazu bei, eine optimale Nutzung sicherzustellen.